Das neue Hobby: Dungeons & Dragons

Ich muss immer lachen wenn ich die Blick sehe, die ich ernte, wenn ich von meinen Hobbies erzähle. World of Warcraft, jegliches MMO und seit neuestem Pen & Paper. „Puh, ein Nerd!“

Aber im Grunde sind diese Hobbies Symptome einer allem zugrunde liegenden Leidenschaft, die ich seit meiner frühesten Kindheit habe: Geschichten.

Ich liebe Geschichten, ich liebe es mich in einem guten Buch zu verlieren und alles um mich herum zu vergessen. Und am meisten liebe ich Helden-Geschichten. Tja, Hannes – hättest Du uns als Kindern mal nicht die Sagen des klassischen Altertums vorgelesen!

Mit dem Aufkommen der ersten MMOs war es um mich geschehen – nicht nur konnte ich großartige Geschichten erleben, sondern ich konnte sie ZUSAMMEN mit ANDEREN erleben. Kaum einer, der es nicht selbst ausprobiert hat kann nachempfinden was für ein episches Gefühl es ist zusammen mit vierzig (!) anderen Spielern einem haushohen Feuerdämon gegenüber zu stehen und plötzlich selbst ein aktiver Teil jener Abenteuer zu sein, über die man sonst eben nur in Büchern liest.

Irgendwie war es naheliegend, dass ich eines Tages bei Pen & Paper landen würde. Bücher und Computerspiele sind großartig um vorgegebene Geschichten zu konsumieren. Bücher erzählen einen fertigen Handlungsstrang, man taucht ein und erlebt die Geschichten als passiver Begleiter. Computerspiele erlauben es, sich in einer Geschichte frei zu bewegen, geben aber im Grunde trotzdem den Handlungsstrang vor. MMOs lassen einen Geschichten als Gruppe erleben und bereichern die Erfahrung um eine soziale Komponente.

Aber was ist, wenn ich mehr will?

Keine Kapitel mehr, die mich als Leser hierhin oder dorthin lenken, keine Programmierung, die mich in meinen Entscheidungen einschränkt. Völlige Bewegungsfreiheit in einem Abenteuer, dessen Entwicklung und Ausgang ich nicht kenne, aber mit meinen persönlichen Entscheidungen beeinflussen kann? Und wie cool wäre es, wenn ich das nicht alleine, sondern zusammen mit Freunden erleben könnte?

Eher zufällig bin ich letztes Jahr auf Matthew Mercer und sein Projekt „Critical Role“ aufmerksam geworden. Eine Gruppe von Synchronsprechern (Voice Actors), die in ihrer Freizeit Dungeons & Dragons spielen und sich dabei filmen.

Meine erste Reaktion war „Puh, Nerds!“.

Ich glaube nicht, dass ich je ein Format gesehen habe, dass auf den ersten Blick so fremdartig auf mich gewirkt hat: Da sitzen einfach ein paar Typen um einen Tisch herum und sprechen. Miteinander. Keine Special Effects, eigentlich nicht einmal Bilder. Einfach nur neun Menschen die so tun als wären sie jemand anderes.

Nachdem ich allen Mut zusammengenommen hatte, alle Vorurteile mal kurz auf Urlaub geschickt hatte und mir gesagt hatte: „Was soll’s, probier‘ es mal aus“ (ich hatte übrigens auch gerade nichts besseres zu tun), habe ich mir also die ersten beiden Folgen angesehen (Immerhin dauert eine Folge, respektive Spielsitzung gute 2-4 Stunden)

Und siehe da: Die Typen sind sympathisch, haben darüber hinaus anscheinen WIRKLICH SPASS und – und was mich dann schließlich endgültig zum #Critter werden ließ: Das Abenteuer, das die Jungs und Mädels da erleben ist tatsächlich spannend! Was passiert als nächstes? Wie reagieren sie auf neue Hindernisse?

Hier sind alle Details zur Show Critical Role:
http://geekandsundry.com/shows/critical-role/

Einem Binge-Watching Marathon und zwei Wochen später war mir klar:

Das will ich auch!

Also habe ich mich aufgemacht und habe mir die ersten Bücher (Regelwerke, was sonst?) gekauft und angefangen mich vertraut zu machen mit diesem völlig neuen Konzept des „Gemeinschaftlichen Geschichtenerzählens“. Ich konnte zum Glück auch meine Mitarbeiter im Büro mit dem Fieber anstecken und so haben wir nun unsere erste kleine D&D Runde beisammen und bereits die ersten Schritte in Pen & Paper gemacht – und tatsächlich: Es ist unbeschreiblich unterhaltsam!

Ich habe sogar noch etwas Neues über mich gelernt: Genauso sehr, wie ich es liebe Geschichten zu erleben, liebe ich es Geschichten zu erfinden. Aber dazu mehr in einem anderen Beitrag.

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